Chinchilla-Steckbrief:

Körperlänge: 25-35 cm

Schwanzlänge: 15-20 cm                                                                                                         

Gewicht: 400 - 1000 g (ausgewachsen)                                                                                               

Fell: ca. 3 cm lange Härchen, die in Büscheln von bis zu 60 Stück aus einer Wurzel wachsen.
Lebenserwartung: 10-15 Jahre (oder mehr)
Geschlechtsreife: mit 4 - 5 Monaten

Trächtigkeitsdauer: 111 Tage
Anzahl der Jungen pro Wurf: 1- 4 (selten mehr)
Anzahl der Würfe pro Jahr: bis zu 3
Stammform: hell - dunkelgraues Fell, Körperunterseite aufgehellt bis weiß.    

Farbvarianten: durch Zucht entstanden: Schwarz, Weiß, Saphir, Velvet, Violett, Schecken, Beige... uvm. 


Sie möchten, dass Ihr Tier sich so rundum wohl fühlt?

Neben einer ausgewogenen Ernährung (diese bekommen Sie im Fachhandel oder bei Züchtern) und reichlich Wasser ist hierfür ein geeigneter Käfig besonders wichtig. Denn schließlich verbringt Ihr Nager sein ganzes Leben darin.

Am besten wählen Sie den Standort für den Käfig, bevor Sie das Tier kaufen. Der Käfig sollte an einem ruhigen Ort stehen, um ungestörten Schlaf zu garantieren - denken Sie daran, dass die meisten Nager nachtaktive Tiere sind! Also stellen Sie den Käfig aus eigenem Interesse besser nicht ins Schlafzimmer.

Für das Wohlbefinden Ihres Tieres ist ein angemessener und sehr sorgfältiger Umgang mit ihm notwendig. Seien Sie sehr vorsichtig mit ihm, heben Sie es vorsichtig auf und geben Sie es in den Käfig zurück, wenn es brummt oder quiekt. Respektieren Sie das Ruhebedürfnis Ihres kleinen Nagers! Manchmal möchte man eben einfach nicht gestört werden....

Tipps:

Käfig

Ein Chinchillakäfig kann überhaupt nicht zu groß, sondern nur zu klein sein und sollte deshalb die Maße 90x40x75cm (für ein Einzeltier) nicht unterschreiten. Nur bei der Höhe sollte man darauf achten, dass er nicht zu hoch ist, wenn Nachwuchs erwünscht ist. Da die kleinen die Höhe noch nicht so gut abschätzen können und sich schnell zu Tode stürzen, sollte der Käfig in diesem Fall eine Höhe von 1,50 m nicht überschreiten.

Der Käfig selber sollte entweder aus nicht lackiertem Draht oder Holz bestehen, da Chinchillas ihren Käfig gerne benagen.

Ausstattung:

• Sitzbretter: diese müssen aus unbehandeltem Holz bestehen

• Häuschen: pro Tier eines, um Streit um das Haus zu verhindern; es sollte ebenfalls aus unbehandelten Holz bestehen oder unbenagbaren anderem Material

• Sandwanne: diese sollte immer im Käfig stehen und der Sand muss regelmäßig gewechselt werden; Empfehlenswert sind Auflaufformen in der entsprechenden Größe

• Fressnapf: er sollte nicht aus Plastik bestehen und schwer genug sein, damit er nicht ständig umgeschubst wird

• Tränke: kein Gefäß im Käfig, da Chinchillas nicht nass werden sollten; am besten verwendet man eine handelsübliche Trinkflasche (kein Plastikrohr!)

• Heuraufe: gut befestigen, da sie gerne als Sitzgelegenheit genutzt werden; allerdings kommt es oft zu bösen Verletzungen, wenn die Raufe innen angebracht ist, so dass eine von außen anbringbare Heuraufe wesentlich effektiver ist

• Äste: wenn man die Möglichkeit hat welche zu bekommen kann man sie als Kletter- und Nagemöglichkeit verwenden; immer aufpassen, dass sie nicht gespritzt sind; verwendbar sind alle Obstbaumsorten, außer Kirsche und Pflaume

• Tonröhren: aus dem Baumarkt

Futter

Als Grundfutter verwendet man ganz normale Chinchilla-Pellets, die es in jedem Fachhandel und bei Züchtern zu kaufen gibt. Allerdings muss man darauf achten, dass es wirklich die Pellets für Chinchillas sind, denn Pellets für andere Nager schaden den Tieren, auch wenn sie genauso ausschauen enthalten sie nämlich andere Inhaltsstoffe. Deshalb nur die Pellets extra für Chinchillas füttern, auch wenn sie teurer sind als andere. Zudem muss man jeden Tag frisches Heu füttern, das man am besten in eine Heuraufe legt, damit es nicht feucht wird und zu schimmeln beginnt. Als Zusatz zum Grundfutter kann man jeden Tag einen Esslöffel Kräutermischung (siehe unten) und einen Esslöffel Körnermischung (siehe unten) geben. Das ist zwar nicht nötig, aber sehr gesund und die Chinchillas mögen beides sehr gerne. Ab und zu kann man auch Leckerlis geben, aber das ist nicht nötig und man muss sich immer bewusst machen, dass zu viele Leckerlis viel mehr schaden als nützen. Dabei muss man darauf achten, dass Leckerbissen nicht zuviel Zucker enthalten, was bei den meisten gekauften der Fall ist. Ideal sind getrocknete Äpfel oder Bananen (am besten beides selber trocknen oder darauf achten, dass es ohne Zuckerzusatz ist) . In extrem geringen Mengen kann man mal eine Mandel  geben, jedoch enthalten die sehr viel Fett und Bitterstoffe, die nicht so gesund für Chinchillas sind. Ebenfalls fressen Chinchillas gerne Haferecken (siehe Chintricks). Das beste Leckerli sind getrocknete Kräuter, die man am besten selber trocknet. dazu eigenen sich alle Kräuter der Kräutermischung und Melisse oder auch Spitzwegerich. Auch getrocknete Karotten sind ein gerne gefressener Leckerbissen.

Kauf

Hat man sich zum Kauf eines Chinchillas entschlossen bleibt die Frage wo. Man kann ein Tier im Zooladen kaufen, vom einem Züchter oder einer Privatperson. Im Zooladen sollte man darauf achten, dass es allen Tieren gut geht und sie stets sauber gehalten sind. Beim Züchter und der Privatperson hat man den Vorteil, dass man gleich die Elterntiere anschauen kann und dem Tier den Umweg über eine Drittperson erspart. Zudem haben beide wohl mehr Zeit und Erfahrung gute Ratschläge für die Haltung zu geben als der Verkäufer im Zoohandel, der sich oft nur schlecht mit Chinchillas auskennt, jedoch gibt es auch manchmal positive Ausnahmen.

Grundsätzlich sollte man einen Chinchilla nur in den Abendstunden kaufen, da sie nachtaktiv sind und tagsüber im gesunden Zustand nur schlafend in ihrem Häuschen liegen. Abends kann man sie dann in ihrem natürlichen Verhalten beobachten. Man muss darauf achten, dass sie gesund sind und nicht zu hektisch bzw. nervös. Ideal ist, wenn man das Tier erst beobachtet und dann in die Hand nehmen kann um es abzutasten und zu schauen wie es auf die Hand reagiert.

Krankheitsanzeichen sind: Nasenausfluss, tränende Augen, Verschmutzung der Afterregion, Abmagerung, Löcher im Fell, weiße Nagezähne (müssen normal gelblich sein), Speichelfluss, Krusten und Schuppen an Augen/Nase/Ohren.

Tiere aus dem Zoohandel sind meist zwischen 2 und 6 Monaten alt, doch auch ältere Tiere können noch handzahm werden und deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn man sich ein älteres Chinchilla kauft. Vor allem bietet sich dann die Möglichkeit auch einem Notfalltier ein gutes Zuhause zu bieten. Oft haben diese schlimme Erfahrungen gemacht und danken es dem neuen Besitzer um so mehr mit Liebe und Zutrauen.

Beim Züchter hat man den Vorteil, das man auch die Elterntiere gleich kennenlernt, und man auch den Stammbaum eines Chins nachverfolgen kann.Man hat meistens eine größere Auswahl als in der Tierhandlung, und auch die Beratung ist bei einem Züchter sicher informativer und genauer(wobei es auch in Zoohandlungen Ausnahmen gibt).Bei Problemen kann man sich auch sicher an den erfahrenen Züchter wenden.

Transport und Hitzschlag

Beim Transport von Chinchillas bietet sich eine Katzentransportbox an, die man mit Streu füllen kann. Zudem sollte bei längeren Transporten eine Wasserflasche dranhängen und Futter in der Box liegen. Bei kürzeren Transporten kann man auch ein paar Leckerlis in die Box legen um die ungewohnte Situation zu versüßen.

Transport im Karton ist nicht empfehlenswert, da Chinchillas den Karton in kürzester Zeit zerlegen und im Dunkeln auch Angst bekommen und das einen zusätzlichen Stressfaktor bedeutet.

Auch der Transport in der Hand ist nicht so toll, da sich die Tiere in einer Stresssituation anders verhalten können und vielleicht davon hüpfen oder dem Fahrer sogar ins Lenkrad.

Hitzschlag

Die größte Gefahr beim Transport ist jedoch, dass der Chinchilla einen Hitzschlag erleidet. Dieser wird hervorgerufen durch große Hitze, was im Sommer im Auto meist der Fall ist.

Vorbeugen kann man einem Hitzschlag, indem man am besten Chinchillas an heißen Tagen nur in einem Auto mit Klimaanlage transportiert oder in den kühlen Abendstunden, noch besser Nachts. Wenn sich ein Transport jedoch überhaupt nicht um eine heiße Tageszeit vermeiden lässt, dann sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wenn das Auto keine Klimaanlage besitzt. Am besten nimmt man kalte nasse Tücher (Wasserflasche in der Kühlbox mitnehmen, da die Tücher schnell austrocknen) mit und legt diese auf die Transportbox. Zudem sollte man die Fenster mit dunklem Tüchern zuhängen, ständig nach dem Tier schauen und ein Fenster einen Spalt offen lassen (nicht zu weit und nicht nonstop, damit der Chinchilla keinen Zug bekommt). Außerdem sollte man spätestens jede 45min an einem Rastplatz anhalten, das Auto gut durchlüften, Tücher neu nässen und sich mit der Transportbox inklusive Chinchilla in den Schatten setzen. Zudem muss das Tier ständig genügend Wasser zur Verfügung haben. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass ein Chinchilla keine 3min alleine in einem parkenden Auto bleiben darf, da sich dieses enorm schnell mit Hitze auflädt.

Falls es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Hitzschlag beim Chinchilla (kann auch durch andere Situationen wie ein Transport hervorgerufen werden, wie beispielsweise zu heiße Dachwohnungen) kommen sollte, erkennt man das daran, dass das Tier stark zittert, schwer atmet und sich heiß anfühlt. Außerdem wirkt es wie leicht benommen und schwankt oder liegt apathisch auf der Seite. In diesem Fall sollte man das Tier sofort aus dem heißen Raum oder Auto bringen und in einen kühlen Raum oder kühles Gras setzen und mit einem kühlen Tuch kühlen (oft reicht das kühle Gras bereits aus). Allerdings darf das nicht tropfnass sein oder das Tier selber mit Wasser übergossen werden, da Chinchillas Nässe sehr schlecht vertragen. Am besten übergießt man ein Tuch mit kaltem Wasser und windet das dann sehr gut aus und legt es so über den Chinchilla, dass nichts in die Gehörgänge dringt. Dabei muss man außerdem aufpassen, dass es jetzt nicht zu einer Umkehr des Zustands kommt und der arme Chinchilla unterkühlt wird. Die ganze Zeit sollte man das Tier beruhigen und es nicht aus den Augen lassen. wenn es sie gut kennt empfiehlt es sich das Tier auf den Schoss z nehmen, da sie dann vertraute Nähe ausstrahlen. Zuviel Aufregung hingegen erhöht den sowieso erhöhten Herzschlag noch mehr und ist deshalb weitgehend zu vermeiden.

Sobald das Herz wieder halbwegs regelmäßig schlägt und der Chinchilla deutlich besser ausschaut sollte man es zum nächsten Tierarzt bringen, damit dieser Vitamin B und Flüssigkeit spritzt. Denn durch den erlittenen Schock kann es sein, dass der Chinchilla eine zeitlang nichts trinkt, aber er muss die verlorenen Flüssigkeit wieder aufnehmen. Empfehlenswert ist zudem ein kreislaufstabilisierendes Mittel zu geben, doch da sollte man besser den Tierarzt um Rat fragen. Nach einem Hitzschlag dauert es einige Stunden bis sich das Tier wieder halbwegs normal verhält und bis es völlig genesen ist dauert es meist einige Tage, in denen meist ein zweiter Arztbesuch ratsam ist, bei dem vielleicht noch einmal Vitamin B oder Mineralstoffe gespritzt werden.

Au jeden Fall sollte man es tunlichst vermeiden, dass ein Chinchilla einen Hitzschlag erleidet und für den Notfall (das gilt bei jedem Transport) die Nummer des Tierarztes mitnehmen.

Auslauf

Chinchillas sollte man ab und zu Auslauf gewähren, wenn man dazu die Möglichkeit hat. Ideal ist natürlich der tägliche mehrstündige Auslauf. Allerdings darf man Chinchillas niemals alleine in der Wohnung laufen lassen, da viele Gefahren auf die Tiere lauern. Da sie Nager sind, wird grundsätzlich alles benagt was zur Verfügung steht und der Großteil der Wohnungseinrichtung ist nicht sehr gesund für die Kleinen. Das fängt an bei der Tapete über die Sessel und besonders schlimm die Kabel. Deshalb sollte man vor jedem Auslauf alles absichern soweit es geht und während des Auslaufes die Tiere genau beobachten, damit es nicht zu tödlichen Folgen kommt.


Einige konkrete Gefahrenquellen:

Zimmerpflanzen: oft sind sehr giftig für Chinchillas => deshalb immer entfernen

Kabel: beim Anknabbern kann es zu Verbrennungen kommen oder Tod durch Stromschlag => am besten alle Stecker rausziehen oder Kabelröhren (Baumarkt) verwenden

Essen: viele Dinge sind zu stark gewürzt und deshalb für Chinchillas ungeeignet => einfach das ganze Essen wegstellen

Schränke oder andere Holzmöbel: der Lack auf diesen Möbeln ist für Chinchillas unverträglich und kann zu Vergiftungen führen => da schlecht zu entfernen besonders darauf achten, dass die Tiere nichts annagen

Türen: Verletzungsgefahr durch einklemmen => Türen nur unter äußerster Vorsicht öffnen, wenn sich freilaufende Chinchillas im Raum befinden

Putzmittel jeglicher Art und Medikamente: Gefahr vor tödlichen Vergiftungen => da extrem gefährlich unbedingt aus dem Raum nehmen

andere Haustiere: gerade bei Hunden und Katzen Gefahr vor lebensgefährlichen Bissen und bei anderen Tieren Gefahr des Schocks => Hunde und Katzen niemals mit Chinchillas im Auslauf zusammen lassen und bei anderen Nagern (Hamster, Degus, Meerschweinchen, Ratten, Kaninchen) auf die Reaktion beider beim Zusammentreffen achten (manchmal vertragen sie sich sehr gut)

Chintricks

Mit der Zeit lernt man so manchen Trick im Umgang mit seinen Chinchillas. Hier sind ein paar meiner persönlichen Tricks aufgeführt, die ich selber entdeckt habe oder mir andere erzählt haben:

Wiegen

Die meisten Chinchillas bleiben nicht freiwillig auf der Waage sitzen und deshalb muss man hier in die Trickkiste greifen. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder setzt man das Tier in einen Karton oder einen Eimer. Empfehlenswert ist deshalb eine Digitalwaage, da man dann zuerst den Karton/Eimer auf die Waage stellen kann, dann auf Null drücken und schließlich den Chinchilla reinsetzen.

Fotografieren

Leider sind Chinchillas sehr schnell und somit bestehen die meisten Fotos der kleine Lieblinge nur aus einem Teil des Tieres. Allerdings sind alle Chinchillas scharf auf Leckerlis und das kann man zu seinem Vorteil nutzen, denn beim fressen bleiben sie ruhig sitzen oder man erschwert es etwas zum Leckerli zu kommen, was auch zu wirklich witzigen Fotos führen kann.

Vergesellschaftung

Hat man bereits ein Chinchilla und möchte ein zweites oder hat man zwei Chinchillas aus verschiedenen Würfen, die man zusammen setzen möchte stellt sich die Frage wie man das anstellt. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten:

 
Oft verläuft die Vergesellschaftung zweier Tiere aber nicht so reibungslos.Am einfachsten funktioniert es mit Jungtieren, aber auch ältere Tiere sind duraus noch vergesellschaftungsfähig. Wenn sich die Tiere im Auslauf anfauchen setzt man sie in zwei verschiedene Käfige und schiebt diese so aneinander, dass sie sich gegenseitig beschnuppern können. Am besten tauscht man die Tiere dann täglich in den Käfigen, damit sie sich an den Geruch des anderen gewöhnen können. Wenn sie sich dann nicht mehr durchs Gitter anfauchen ,kann man es erneut im Auslauf probieren. Geht es wieder nicht muss man die beiden Chinchillas eben wieder getrennt in die Käfige setzen. Diese Prozedur kann sich über Wochen hinweg fortsetzen und plötzlich verstehen sich die beiden Tiere, aber manche können sich einfach nicht riechen und verstehen sich nie. Das sollte man beim Kauf eines Zweittieres berücksichtigen. Vor allem Chinchillas, die seit Jahren alleine sitzen werden oft zu regelrechten Einzelgängern, die auf fremde Tiere sehr aggressiv reagieren.

Man kann die Tiere allerdings auch vergesellschaften, indem man sie in einem kleinen Transportbehälter zusammensetzt.Dies ist bei Züchtern die eher angewandte Methode.